Münchens Theaterlandschaft ist vielseitig. Zwar kann sie nicht mit der Vielfalt Berlins mithalten, aber viele Kunststätten brauchen den Vergleich mit der Hauptstadt nicht zu scheuen.
Da wären zuerst die staatlichen Theater: an vorderster Front die Bayerische Staatsoper bzw. das Nationaltheater, das als erstes freistehendes Opernhaus Deutschlands 1818 eröffnet wurde. Die jährlichen Opernfestspiele von Ende Juni bis Ende Juli haben München eine internationale Reputation in der Opernwelt verschafft. Aber auch der geniale Jazz-Klassik-Pianist Keith Jarrett ist in den heiligen Gewölben bereits aufgetreten.
Auch das Staatsballett und das Staatsschauspiel sind an diesem Ort beheimatet. Letzteres nennt aber das Residenztheater seinen Hauptspielort. Hier schwingt die Intendant Dieter Dorn seit 2001 das Zepter, nachdem er fast 25 Jahre lang den guten Ruf der Münchner Kammerspiele mitbegründet hatte.
Das Cuvilliés-Theater in der Münchner Residenz gilt als das bedeutendste Rokoko-Theater des Landes und ist im Juni 2008 nach der Renovierung feierlich wiedereröffnet worden, mit dem Stück, das hier 1781 uraufgeführt wurde: Mozarts Idomeneo. Das Theater ist einen Besuch oder auch eine Führung in jedem Falle wert.
Ein anderes staatliches Schmuckstück ist das Prinzregentheater, das hauptsächlich durch August Everdings Bayerische Theaterakademie bespielt wird. Es wurde 1900 -1901 nach dem Vorbild des Bayreuther Festspielhauses erbaut. Das Programm ist bunt und zuweilen finden hier auch besondere Lesungen oder Konzerte statt.
Das Staatstheater am Gärtnerplatz ist nicht nur ein beliebter Treff in lauen Nächten, wenn die jungen Menschen aus dem Glockenbachviertel auf den Stufen des klassizistischen Baus zusammen kommen. Es möchte mit seinem Programm alle Sinne ansprechen und bietet eine Vielfalt an Oper, Operette, Musical und Tanz.
Das bedeutendste unter den städtischen Theatern sind, wie bereits erwähnt, ist das der Münchner Kammerspiele. Hier inszenierte Bertolt Brecht seine Stücke und ein große Intendanten wie Erich Engel, August Everding oder Dieter Dorn reichten sich hier die Hand. Der jetzige Intendant Frank Baumbauer kombiniert Klassiker mit der neuen Autorengeneration um Johan Simons. Seit 1946 ist hier auch die renommierte Otto-Falckenberg Schauspielschule untergebracht.
Die Schauburg gehört auch unter das Dach der Kammerspiele und konzentriert sich auf Kinder- und Jugendtheater. Im Herzen Schwabings am Elisabethmarkt ist die vielseitige Bühnentechnik ein Garant für den Spaß der Kleinen und auch der Großen.
Das Volkstheater als dritte städtische Bühne hat über die Jahre einen erstaunlichen Wandel vom Volkstheater zur Moderne vollzogen. Seit der Spielzeit 2002/03 weht ein junger, frischer Wind durch das Haus – mit verjüngtem Ensemble und jüngeren Autoren. Christian Stückl zeichnet dafür verantwortlich und behält jedoch auch die traditionelle Garde um Franz-Xaver Kroetz im Auge.
Das Deutsche Theater ist während der Sanierung des Haupthauses nach Fröttmaning in ein Zelt gezogen, wo es am 16. Oktober mit dem Musical „In Nomine Patris“ losgeht. Nach langem Hin und Her bleibt nun das historische Haus erhalten, in dem auch unzählige Revuen und Bälle ein Zuhause fanden.
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