Mit meinem Mann shoppen zu gehen, gleicht einem Gang nach Canossa. Tage- wenn nicht wochenlang flehe ich ihn an, sich für die Hochzeit meiner Schwester einen neuen Anzug zu kaufen. Zu seiner grundsätzlichen Verweigerung Kaufhäuser zu betreten, kommen noch klaustrophobische Ängste in Umkleidekabinen und der Faktor Zeit, von der er zu wenig hätte, als dass er sie durch Einkaufen und Anprobieren vergeuden könnte. Läden wie „Konen“ und „Hirmer“ als potenzielle Schnellschüsse fallen damit weg. „Da hilft nur Mut zum Risiko“, riet meine Freundin, „schlepp ihn doch nach Schwabing.“
Mit Versprechungen, wie ich kenne da einen Superladen, tolle Beratung o. Ä. stoße ich bei meinem Mann auf Granit. Also gebe ich vor, in der Buchhandlung „Lehmkuhl“ an der Münchner Freiheit ein Buch abholen zu müssen und bitte ihn mich zu begleiten.
Rund um die Münchner Freiheit liegen coole Boutiquen, wie „Flip“ oder „Robot“ mit fetzigen Lederjacken und hippen Accessoires. Wer hier einkauft, setzt Trends. Bei „Maile“ hingegen ist alles gediegen. Hier kann man zu erschwinglichen Preisen Anzüge, Hemden oder Schuhe maßanfertigen lassen. Mein Rettungsanker, falls in der Hohenzollernstraße nicht doch noch ein Anzug von der Stange in die Arme meines Mannes fällt.
Inzwischen kommt die Sonne heraus und ich sehe die Gelegenheit meine verlorene Ray Ban durch eine Paul-Frank-Sonnenbrille aus dem Automaten bei „Hartogs“ zu ersetzen. Guten Mutes schwenke ich, meinem Mann fest im Arm, in die Hohenzollernstraße. Wir schlendern vorbei an Ketten wie Hallhuber, Tretter, Mandarina Duck, Stefanel, Esprit, More & More oder Marc O´Polo, der hier einen Store für Männer eröffnet hat.
Luxuriöse Salonatmosphäre und coole Jungs empfangen uns bei „Made for friends“. Die chicen Klamotten gefallen meinem Mann, aber irgendwie passt ihm das Ambiente nicht. Im Caffè Florian wollen wir uns kurz erholen, doch draußen sind schon alle Stühle besetzt. Zum Glück wechseln sich hier Cafés, Kneipen und Modeläden ab. Bei „Luis Trenker & friends“ bleibt mein Mann plötzlich stehen. Blazer im Jankerstil und andere Schmankerl des Bergidols, das hat was. Wir verlassen den kleinen Laden mit ein paar witzigen Hosenträgern im Gepäck und dem Tipp uns bei „Halfs“ in der Schellingstraße Haferlschuhe anzusehen.
Auf der anderen Straßenseite lockt „Virmani“ mit hinreißenden Kleidern und Blusen im Schaufenster. Da brauche ich meinen Kleiderschrank gar nicht erst zu durchforsten: Für ein Virmaniteil ist immer Platz. Doch soweit kommt es nicht. „Herdt“ hat reduziert. Ich spüre einen sanften Druck auf meinem Arm und folge ihm. Drinnen erwartet uns eine ältere Dame, die mit Kennerblick meinem Mann zur Kombi rät und mir ein Hemdblusenkleid wärmstens empfiehlt. Während er brav probiert und ich erschöpft in einen Stuhl sinke, fällt mir noch „Wild“ in der Schleißheimerstraße ein. Der ist progressiver und legt auch gern mal ein Stück zurück.
Nachdem wir bei „Semikolon“ eine hinreißende Hochzeitskarte mit integriertem Geldfach erstanden haben, suchen wir die nächste Lottoannahmestelle. Erst dann krönen wir den erfolgreichen Tag mit frischer Pasta.
von Karin Nagl
Ein Service von Frederics serviced apartments - Boardinghaus München Schwabing und Boardinghaus München Gern - Wohnen auf Zeit in München

Der Balance-Akt zwischen Kunst und Kommerz ist den Initiatoren und Architekten der Fünf Höfe in München bestens gelungen. In exponierter Lage zwischen der Theatiner-, Maffei-, Kardinal-Faulhaber- und Salvatorstraße gelegen, findet der Besucher exzellente Shopping-Erlebnisse, Kulinarisches und eben Kunst. Denn mittendrin befindet sich die Hypo-Kunsthalle, die mit international bedeutenden Ausstellungen glänzt.
In den Tagescafes und Restaurants wird der Shopper zwischen den einzelnen Einkaufstrips bestens verköstigt. Die dort getankte Kraft wird für die vielen interessanten Geschäfte durchaus benötigt. So sind in den Fünf Höfen internationale Designer ebenso zu finden wie der wohl bekannteste Münchner Buchhändler und ein klassischer Supermarkt.
Von den frederics Serviced Apartments am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen – die Haltestellen Marienplatz oder Odeonsplatz sind nur einen Katzensprung entfernt.