Hände und Füße suchen tastend Halt. Die Augen fixieren den nächsten Punkt, alle Muskeln sind bis aufs Äußerste gespannt. Es geht senkrecht hoch, mühsam, Stück für Stück, so lange die Kraft reicht. Einmal eine Wand bezwungen und schon hat’s einen gepackt. Klettern ist mehr als nur eine Sportart, es ist Herausforderung und Sehnsucht seine Grenzen zu testen und seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Vorbilder dafür gib’s genug: 1953 bezwangen der Neuseeländer Sir Hillary und der Sherpa Norgay Tenzing als Erste den Mount Everest. Bereits 30 Jahren später waren alle Gipfel des Himalajas erobert. Reinhold Messner gelang es im Alleingang ohne Sauerstoffgerät bis 1986 alle 14 Achttausender zu erklimmen. Heute geht der Trend zum Speed-Klettern: Hinauf ohne Sicherung und auf Zeit.
Die Herausforderung aufgreifend, entstanden aller Orten Kletterzentren. Auch jedes bessere Fitness-Studio bietet eine Kletterwand an unter dem Motto: Stärkung der Arm- und Beinmuskulatur und Straffung des Körpers. Anders als in den Bergen sind die Kletterwände in den Hallen mit bunten Haltegriffen bestückt, die Routen markieren.
Body + Soul wartet mit einer State-of-the-Art Kletterwand auf, deren Schwierigkeitsgrad zwischen 3 und 7 liegt. Die professionellste In- und Outdoor-Kletteranlage betreibt der Deutsche Alpenverein (DAV) in Thalkirchen. Frisch saniert, kann man sich an einem handgefertigten 3-dimensionalen GFK-Wandsystem oder einer Eiskletterwand messen. Mit zirka 210 Indoor- und zirka 250 Outdoor- Routen ist die Anlage Spitzenreiter in München, auch was das Kursangebot betrifft. Infos unter: www.kletterzentrum-muenchen.de.
Gut klettern lässt sich’s auch beim ESV München, Herthastr. 41, in der Big Wall Climbing School, Berchtesgadenerstraße 17, und in der Kletterhalle Heavens Gate, Grafinger Straße 6. Hier kann jeder klettern, ohne den Vorstieg beherrschen zu müssen. Mit der Toprope-Stange hängt man sich vom Boden aus ein. In acht Silos von je 30 Metern Höhe wurden knapp 50 Routen eingeschraubt, die bis zum Schwierigkeitsgrad 9 reichen. Die Halle wird auch für Events vermietet. Infos unter: www.kletternmachtspass.de.
Beim MTV, Häberlstraße 11 b, wird neben der sportlichen Leistung vor allem Gemeinschaft und Zusammenhalt großgeschrieben. Auf 300 qm Kletterfläche und 12 m Höhe trainieren Mitglieder hier bis Schwierigkeitsgrad 9. Zusätzlich stehen 150 qm Boulderfläche zur Verfügung. Geklettert oder gebouldert wird dabei in niedriger Absprunghöhe. Ein Seil ist nicht notwendig. Wer den anvisierten Griff nicht halten kann, landet sanft auf einer dicken Matte.
Weitere Trainingsflächen bieten die Olympia Hochschulsportanlage, Connollystr. 32, oder die Kletterhalle Nymphenburg, Sadelerstraße 10. Outdooranlagen befinden sich in der Thalkirchner Straße 211 neben der Bezirkssportanlage, im Kletterbrocken Unterschleißheim in Unterschleißheim-Lohhof oder im Grünwalder Freizeitpark, Südliche Münchner Strasse 35c. Hier lässt es sich mit Schwierigkeitsgrad 1 bis 6 am 8 m hohen Kletterturm trainieren. Das Hochseilcamp München-Aschheim besticht mit einem abwechslungsreichen Kletterparcour mit 19 Stationen (www.hochseilcamp.de).
Von Karin Nagl
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