
In Oberammergau, einem beschaulichen Ort im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, verrichtet eine der wenigen, noch im Privatbesitz befindlichen Bergbahnen, die Laber-Bergbahn, ihren zuverlässigen Dienst. Seit 50 Jahren ist die antiquiert wirkende, aber dennoch technisch auf dem neuesten Stand befindliche Bergbahn in Betrieb und transportiert pro Fahrt bis zu 11 Passagiere auf den 1.684 m hohen Laber, den Hausberg der Oberammergauer.
Der Laber ist bestimmt keiner der höheren Gipfeln der Bayerischen Alpen, dafür einer der aussichtsreichsten. Weit kann man dem Blick wie von einem Balkon ins Alpenvorland mit seinen vielen Seen und bei guter Wetterlage bis über München hinaus nach Norden schweifen lassen. Das Estergebirge mit Wank, Fricken und Krottenkopf, das Wettersteingebirge und die Ammergauer bilden von Osten über Süden nach Westen die eindrucksvolle Berg-Kulisse. Nach diesem Augenschmaus sorgt die Berggaststätte für das leibliche Wohl und gleichzeitig für die Stärkung, um die zahlreichen Wanderwege bewältigen zu können. Im Winter gehört der Laber zu den anspruchsvollsten Skigebieten Bayerns, was besonders Freerider zu schätzen wissen.
Ein besonderes Schmankerl der Bahn ist der betriebsbedingte Halt auf halber Strecke. Da rutschte wohl schon so manches Herz in die Hose, obwohl ein großes gelbes Schild auf jeder Seite auf diesen technisch notwendigen Stopp aufmerksam macht. Wenn dann die Fahrt nach kurzer Zeit problemlos weitergeht, ist die Erleichterung in vielen Gesichtern sehr oft abzulesen.
Oben angekommen zeigt sich bereits das Ettaler Mandl, ein vorwitzig aus dem dichten Baumbestand herausragender Fels. Eine gute halbe Stunde weiter findet sich dann der Einstieg zum mit Drahtseilen gesicherten Gipfel. Für erfahrene Bergwanderer, die schwindelfrei und trittsicher sind, eine einfache Aufgabe. Allen anderen wird in jedem Fall ein Klettergurt und Seil empfohlen. Und wem es nach dem ersten Stück Anstieg doch zu steil ist, der darf ohne Schande wieder zurückklettern. Nach der Eroberung des Gipfels ist eine ausgiebige Rast zu empfehlen und das nicht nur, um auszuruhen, sondern vor allem wegen des herausragenden Panoramas.
Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg und der Rückweg zum Laber führt über die Soila-Alm, die teilweise bewirtschaftet ist und den gleichnamigen Soilasee. Leichter ist der Abstieg ins Tal mit der Gondel, wer aber noch fit ist, dem ist der Wanderweg hinunter zum Parkplatz der Laber-Bergbahn zu empfehlen.
Oberammergau ist vor allem wegen seiner Holzschnitzerkunst und den alle 10 Jahre wiederkehrenden Passionsspielen ein Begriff. Ettal ist mit seinem Kloster und dem dort gebrauten Bier und dem Klosterlikör weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Zwei Orte, die es lohnt zu besuchen, um das besondere Flair zu spüren.
Auf dem Rückweg zu den Frederics serviced Apartments empfiehlt sich ein kulinarischer Abstecher nach Eschenlohe, direkt an der Autobahn gelegen. Im Gasthof „Zur Brücke“ mit eigener Metzgerei kommen Speisen aus der Region frisch auf den Tisch. Und wer es deftig mag, darf sich jeden Montag Abend die Schlachtschüssel nicht entgehen lassen.
Von Dietmar Stanka
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