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Harlaching – Eine der Bestlagen in München

Spricht man von Harlaching, denkt man an Villen mit parkartigen Grundstücken idyllisch gelegen zwischen Hochleite und Geiselgasteig. Einst als Gartenstadt konzipiert, gehört die Gegend heute zu den Bestlagen in München.

Wer die Giesinger Höhe hinter sich lässt und stadtauswärts fährt, sucht zunächst vergebens nach spekulativen Prestigeobjekten. Neubauten aus der Nachkriegszeit und gemeinnützige Wohnhäuser rund um den Wettersteinplatz sowie die Trainingsgelände des FC Bayern und 1860 München prägen den neueren Teil von Harlaching. Erst dann kommen als Vorboten der ehemaligen Gartenstadt kleine adrette Eigenheime – teilweise im Stil der 30er-Jahre erbaut.

Zentrum des alten Ortskerns war das St.-Anna-Kircherl am Harlachinger Berg. Ein Rokokojuwel mit Eigenleben. Jedenfalls behaupten dies nächtliche Spaziergänger, die immer wieder von einem seltsamen blauen Licht berichten. Einer Legende nach lockte ein verliebter Adeliger aus Thalkirchen ein hübsches junges Mädchen auf seinen Landsitz. Als er ihrer überdrüssig wurde, stürzte sich die Verlassene in die Isar. Der Adelige bereute und stiftete als Buße das kleine Kirchlein. Mit dem Licht hat es nun folgende Bewandtnis: Die Seele der Selbstmörderin fand keine Ruhe und geistert seitdem als zartes blaues Licht um die Kirche.

Und hier beginnt auch eines der schönsten und teuersten Wohnviertel Münchens, die Menterschwaige. Zwischen Isarhochufer und Grünwalderstraße wechseln sich alte Villen mit fußballfeldgroßen Gärten, mit schicken Neubauten ab, deren Luxus man von außen nur erahnen kann.

Überhaupt gibt es schöne Anlässe, sich nach Harlaching zu begeben. Beispielsweise zum Rendezvous. Kein Geringerer als König Ludwig I. eilte in dringenden Herzensangelegenheiten in die Menterschwaige. Da Lola Montez nicht länger in der Stadt geduldet wurde, floh sie in ein kleines Häuschen neben der Gaststätte, das inzwischen hübsch renoviert als Event-Location für Partys genutzt wird.

Marienklause in Harlaching

Die meisten ziehen aber aus ganz profanen Gründen in dieses Viertel. Sie locken der Perlacher Forst und die weitläufigen Isarauen mit Flaucher und Tierpark.

Seit 1910 zwischen dem Stadtzentrum und der Gemeinde Grünwald eine Straßenbahn fährt, genießen besonders an Wochenenden viele Ausflügler die ausgedehnten Spazier- und Radwege.

Und gemütliche Biergärten wie Menterschwaige und Harlachinger Einkehr mit herrlichem altem Baumbestand laden zu einer längeren Rast ein.

Wussten Sie, dass Harlaching Münchens Fußballhochburg ist? Hier liegt Münchens traditionsreichstes Fußballstadion: das Sechzger-Stadion sowie Trainingsplätze und Geschäftsstellen des FC Bayern (Säbener Straße 51-53) und des TSV 1860. Als die blauen 60er wie Löwen gegen die roten Bayern kämpften, kochte die Volksseele und München teilte sich in Blau und Rot. Wenn sich dann die zum Zerreißen gespannte Luft überm Stadion in frenetischem Jubel der Fans entlud, konnte man dies bis in die Harlachinger Einkehr hören. Inzwischen ist es stiller geworden. Der Zahn der Zeit nagt an dem 1911 erbauten Fußballstadion und wie in Neu-Harlaching kämpfen nun auch hier Traditionalisten gegen Modernisierer.

von Karin Nagl



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Samstag, 19.05.2012
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