
In München hat sich seit dem Sommer 1988 ein Fest etabliert, das mittlerweile nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender der Stadt wegzudenken ist. Tollwood verbindet Menschen mit einer Vielzahl von Angeboten aus den Bereichen Kultur, Kunst, Musik, Tanz und Marktständen. Der Kommerz steht dabei nicht im Vordergrund: 70 Prozent aller Veranstaltungen sind kostenfrei! Kostenpflichtige Theater- und Konzertveranstaltungen sind ebenso erschwinglich, sie werden weit unter dem ortsüblichen Preisniveau angeboten.
Das Sommerfestival findet über rund 25 Tage im Juni und Juli im Gelände des Olympiaparks Süd statt, das Winterfestival, das 1991 erstmals startete, auf der Theresienwiese. Im Winter beginnt das Fest kurz vor dem ersten Adventssonntag, der Weihnachtsmarkt dauert bis 23. Dezember, die Kulturveranstaltungen finden bis inklusive Neujahr statt. Jährlich besuchen über 2 Millionen Menschen dieses Fest und drücken damit die Beliebtheit dieser wunderbaren Idee aus.
Die Veranstalter, die Tollwood GmbH unter der Federführung von Rita Rottenwallner und Anja Lechner, haben sich von Anbeginn Toleranz, Internationalität und Offenheit auf die Fahnen geschrieben. Multikulturelle Vielfalt steht dabei im Vordergrund und dies drückt sich bei den kulturellen Angeboten ebenso aus, wie bei der Marktstruktur und der Auswahl in der Gastronomie.
Während das Sommerfestival von vielen Konzerten internationaler Stars, wie Joe Cocker, Foreigner, Status Quo und James Brown sowie verschiedenen Performances und Theaterproduktionen geprägt ist, präsentiert sich das Winterfest mit einem Weihnachtsmarkt, einer unter einem Gesamtmotto stehenden großen En-Suite-Veranstaltung (Oper, Variete, Musical) mit mehrgängigem Bio-Menü sowie Lesungen und Theateraufführungen. Höhepunkt ist dann die große Silvesterparty, die unter anderem in der von Victoria Raith geführten „Tief im Wald-Bar“ stattfindet.
Das Tollwood-Festival ist ein Fest für Alle: Kinder fühlen sich dort genauso wohl wie hippe Jugendliche und Senioren. Die Vielfalt der angebotenen Veranstaltungen und Marktstände macht dieses außergewöhnliche Miteinander verschiedenster Alters- und Interessengruppen möglich und dieses Fest so populär.
Zwei Stücke mit dem besonderen Etwas haben sich im Sommer und im Winter etabliert: Der Broadway-Klassiker „Caveman“ in seiner von Esther Schweins inszenierten und Karsten Kaje gespielten deutschen Fassung sowie die Antwort der Frauen: Cavewoman. Die Südafrikanerin Emma Peirson schrieb das Stück und unter der Regie von Adriana Altaras spielt Ramona Krönke die deutsche Höhlenfrau.
Neben Kunst und Kultur stand beim Tollwood Festival von Beginn an Ökologie und Umweltbewusstsein im Fokus der Veranstalter. So ist das Fest nicht nur eine Plattform für ökologische Ansätze, sondern ist mit der Bio-Zertifizierung der Gastronomie, der Aktion „Bio für Kinder“ und weiteren Projekten Vorreiter für eine Verbesserung der Lebensqualitäten.
Von den Frederics Serviced Apartments sind beide Festival-Standorte am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder, zumindest im Sommer, dem Fahrrad zu erreichen.
Von Dietmar Stanka
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