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Elite aus München – die LMU

Ludwig-Maximilians-Universität in München
Ludwig-Maximilians-Universität


„Jeder einzelne muss sich wehren, soviel er kann, arbeiten … wider den Faschismus. Leistet passiven Widerstand … verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine. Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt.“ Diese mutigen Zeilen stammen aus einem Flugblatt der Weißen Rose. Hans und Sophie Scholl studierten an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Medizin, Biologie und Philosophie bis sie beim Verteilen der Flugblätter an die Münchner Studentenschaft verhaftet und 1943 hingerichtet wurden.

Die Münchner Universität spielt heute im internationalen Ranking ganz oben und das, obwohl sie nicht mit der traditionsreichen Geschichte anderer Unis wie Bologna oder Oxford (beide 11. Jh.) mithalten kann. Auch musste sie zweimal umziehen, bis sie ihren endgültigen Bestimmungsort erreichte. Ludwig der Reiche gründete 1472 in Ingolstadt die erste Universität Bayerns mit vier Schwerpunkten: Philosophie, Medizin, Jurisprudenz und Theologie. In der Reformationszeit übernahm die Uni eine führende Rolle auf Seiten der Gegner Martin Luthers, mit dem Ziel seine Verurteilung in Rom zu erwirken.

1802 wurde die Uni nach Landshut verlegt und 24 Jahren später von König Maximilian I. nach München geholt. Architekt der LMU war Friedrich von Gärtner. Benannt wurde sie nach Ludwig dem Reichen und Maximilian I., der selbst studiert hatte und sehr reformfreudig war. Er erweiterte die vier Fakultäten um eine (Staatswirtschaft) und engagierte herausragende Lehrkörper wie den Philosoph Schelling. Die Studenten dankten es ihm schlecht: Denn gerade sie waren maßgeblich beteiligt, dass er wegen seiner Geliebten Lola Montez zurücktreten musste.

Ab 1903 immatrikulierten sich auch Frauen. Die LMU übernahm damit eine Vorreiterrolle in Deutschland. Bereits 1918 waren von 8625 Studenten 1191 Frauen. Renommierte Professoren wie der Sozialwissenschaftler Max Weber, der Herz- und Lungenchirurg Ferdinand Sauerbruch oder der Nobelpreisträger Wilhelm Röntgen verhalfen der Uni zu internationalem Ansehen.

Weniger rühmlich war die politische Rolle der Studenten. Sie waren mehrheitlich erbitterte Gegner der Revolution 1918 und sympathisierten eher mit dem Mörder als dem ermordeten Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Der Nationalsozialismus brachte auch für die LMU eine gewaltige Zäsur: Jüdische und politisch nicht genehme Professoren wurden entlassen, Dozenten in ihrer Laufbahn eingeschränkt. Der Deutschen Studentenbund war 1933 Mitorganisator der Bücherverbrennung auf dem Königsplatz. Es gab aber auch Studenten, die keine Mitläufer waren. An zwei Mitglieder der Weißen Rose, die Geschwister Scholl, und ihren Lehrer Professor Huber erinnern die Brunnenplätze vor dem Hauptgebäude.

Mitte der 1970er-Jahre expandierte die LMU in den Bereichen Medizin, Biochemie und Physik nach München-Großhadern sowie nach Oberschleißheim, Garching und Freising. Zudem wurde zur Stärkung der interdisziplinären Forschung in Martinsried-Großhadern ein HighTechCampus aufgebaut. 42.000 Studenten nutzen den guten Ruf der Elite-Uni und studieren an einer der 18 Fakultäten.


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