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Vinotheken

In Vino Veritas – Wahrheitsfindung in Münchner Vinotheken

„Ich tränke gern ein Glas, die Freiheit hoch zu ehren. Wenn eure Weine nur ein bisschen besser wären, “ moniert Mephisto in Auerbachs Keller und verwandelt ihn sogleich in eine Vinothek. Mäßige Weine und überhöhte Kneipenpreise nehmen wir klaglos hin. Warum eigentlich? Es gibt doch längst Alternativen. Vinotheken bieten köstlichen Wein in angenehmer Ambiente und meist auch eine kleine, feine Speisekarte.

Liebhaber französischer Weine treffen sich in der Vinothèque Aquitaine (Theresienstraße 19). Franck Bauer hat sich auf renommierte Anbaugebiete wie Bordeaux und Burgund sowie auf kleinere Winzer aus Provence oder Loire spezialisiert. Hier genießt oder kauft man nicht einfach eine Flasche Wein ohne vorher umfassend beraten zu werden. Dazu schnabuliert man französische Köstlichkeiten wie Kaninchenterrine, pikanten Käse und natürlich frisches Baguette. Cognac ist das Herzstück seiner Vinothèque. Er stammt aus der Champagne und reifte mindestens 30 Jahre – natürlich im Eichenfass.

Aber nicht nur Franzosen haben köstliche Weine. Ebenfalls in der Maxvorstadt gelegen, betreibt Garibaldi (Schellingstr. 60) direkt neben seiner Weinhandlung eine Vinothek. Schwerpunktmäßig stehen italienische Weine auf dem Programm, die durch ein internationales Qualitätssortiment aufgefrischt werden. Eine elektronische Tafel zeigt alle aktuell geöffneten Weine an. Zusätzlich informiert sie darüber, wann die Flasche geöffnet wurde und wie viel davon noch zur Verfügung steht. Ist die Flasche leer, verschwindet sie und eine neue Flasche erscheint auf der Tafel. Garibaldi leistet sich einen italienischen Koch, der kleine landestypischen Leckereien auftischt. Angenehm sind die abwechslungsreiche Abendkarte und das unaufdringliche, gut geschulte Personal.

Wer überwiegend Weine auch jenseits des allgemeinen Geschacks probieren möchte, kommt an Walter & Benjamin (Rumfordstr. 1) nicht vorbei. Hier wird man in lockerer Atmosphäre bei sanften Jazzklängen kompetent beraten und kann zusätzlich famos speisen. Dass hat zwar seinen Preis, dafür verlässt man die Wein-Bar gern mit einem neuen Rebsaft unterm Arm und dem Gefühl, sich etwas Gutes getan zu haben.

Ein Unikum ist die seit 1931 bestehende Vinothek Feldmann in Neuhausen (Elvirastr. 11). Auf kleinstem Raum im 50er-Jahre-Design werden erstklassige österreichische Weine aus der Region Wagram an der Donau kredenzt. Die Überraschungen sind der Rote Veltliner, ein Weißwein mit leicht rötlichem Schimmer und der dort erzeugte Sekt ist ein echter Geheimtipp.

Sind Vinothekenbesucher bekennende Weinliebhaber? Eigentlich schon und noch dazu Weinkenner? Nicht unbedingt. Vorteil der Vinotheken: Sie führen auf schönste Art in die Weinkunde ein. Man probiert, lässt sich erklären und verführen und geht gestärkt und mit dem Gefühl zu wissen, was zu einem passt, hinaus. Es ist spannend mehr über ein Weinanbaugebiet zu erfahren, die Charakteristika der Rebsorten, wie sie riechen, wonach sie schmecken und wie man den Wein am besten temperiert und lagert. Wer dazu noch mehr wissen möchte, bucht ein Weinseminar z. B. bei Franck Bauer oder in der Cantina in Haidhausen (Elsäßerstr. 23).

von Karin Nagl

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Samstag, 4.02.2012
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