
So manches Bild, das sich der „Zuagroaste“ über Bayern macht, erinnert so schön an kitschige Postkarten, idyllische Landschaften, Krachlederne und Kruzifixe. Die Bilder verstärken sich natürlich mit Gestalten, wie den Märchenkönig Ludwig II. und Originalen wie Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Erstgenannter war bereits zu Lebzeiten ein Mythos und Legenden rankten sich bis zu seinem mysteriösen und noch immer nicht endgültig aufgeklärten Tod. Geboren im Schloss Nymphenburg am 25.8.1845, einem Prachtbau im gleichnamigen Stadtteil Münchens gelegen, verstarb er am 13.6.1886 im Starnberger See.
Die Prachtbauten, die er der Nachwelt hinterlassen hat, sind weltberühmt: Schloss Neuschwanstein, Schloss Herrenchiemsee, auch bayerisches Versailles genannt, Schloss Linderhof und das Königshaus am Schachen sind nur ein paar Beispiele der Baukunst des 19. Jahrhunderts. Ein nicht enden wollender Besucherstrom aus der ganzen Welt bewundert jedes Jahr die prächtigen Bauten, die von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Seen und Gärten gepflegt werden.
Neben den fantastischen Bauwerken ist die bayrische Landschaft ein Augenschmaus – sanfte Hügel steigen vom Voralpenland in Regionen bis fast 3.000 Metern: Wohl der bekannteste und gleichzeitig höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze im Werdenfelser Land, ragt bei Grainau am Eibsee 2.962 m in die Höhe. Hinauf geht es entweder gemütlich mit der Zahnradbahn, ein Erlebnis, dass man sich unbedingt gönnen sollte oder mit einer Gondelbahn. Oben angelangt (es geht übrigens auch mit einer Übernachtung zu Fuß) eröffnet sich ein Bergpanorama, dass tief nach Österreich, in die Schweiz und die italienischen Dolomiten hineinreicht – gute Fernsicht vorausgesetzt. Im Winter steht der Gletscher den weißen Freuden des Wintersports zur Verfügung – in den schneefreien Monaten ist die gesamte Gegend um Garmisch bis nach Mittenwald ein beliebtes Wander- und Klettergebiet.
Auf dem Heimweg nach München ist ein Abstecher über den Walchen- und Kochelsee lohnenswert. Die beiden Seen liegen auf unterschiedlicher Höhe und sind dennoch miteinander verbunden – ein Wasserkraftwerk, gespeist mit dem Wasser des Walchensees erzeugt Strom und leitet das Wasser weiter in den Kochelsee. Kochel selbst ist eine beschauliche Gemeinde mit einem ganz besonderen Highlight: Das Franz Marc Museum lädt zu einer Zeitreise in die Kunst des anfänglichen 20. Jahrhunderts und zeigt Werke von einem der berühmtesten deutschen Maler.
Mit einem Abstecher an den Starnberger See und einen kulinarischen Ausflug in die zahlreichen Restaurants am Seeufer kann ein erlebnisreicher Tag in den oberbayerischen Alpen südlich von München enden. Renken – frisch gefangen sind eine Köstlichkeit der besonderen Art und die Spezialität des Sees.
Südöstlich von München sind drei Gewässer in die Alpenlandschaft gebettet, die ebenso zu einem Ausflug einladen. Am Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee lässt sich an den Ufern gemütlich bummeln, aber auch Mountain-Biken und Bergwandern. Ein Abstecher ins Bräustüberl in der Ortschaft Tegernsee ist schon fast ein Muss, das naturtrübe dunkle Bier und ein typisch bayerisch zubereiteter Schweinsbraten sind der perfekte Abschluss eines Traumtages.
Von Dietmar Stanka
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