
Gegenüber vom Eisstadion im Olympiapark kann der Besucher eintauchen, abtauchen, wegtauchen und wieder auftauchen und das ohne nass zu werden – das Aquarium Sea Life ist seit einigen Jahren in München zuhause und begeistert groß und klein mit mehr als 10.000 Tieren aus 150 Arten in über 30 Süß- und Salzwasseraquarien. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung folgt man dem Weg des Wassers von den Flüssen und Seen in Bayern, über die Donau und das Schwarze Meer bis ins Mittelmeer.
Die Reise ins Meer beginnt mit der Isar, die ihre Quelle in Österreich ganz in der Nähe von Mittenwald und Scharnitz hat und bei Passau in die Donau mündet. Die originalgetreue Nachbildung der Flusslandschaft erinnert an die schöne Berg-, Moor- und Hügellandschaft. Gezeigt werden für diese Gewässer typische und einzigartige Bewohner wie Waller, Huchen, Sterlet oder auch Waxdick.
Östlich der rumänischen Stadt Galaţi mündet die Donau schließlich in einem sumpfigen Flussdelta ins Schwarze Meer. Dort können im Bereich der Unterwasserhöhlen bestimmte Korallen oder auch andere niedere Tiere wie die Erdbeerrose, Meerjunker oder auch die Felsengarnele in ihren authentisch nachempfundenen Schluchten bewundert werden. In einem groß angelegten Schwarmbecken wird Fischen wie den Goldbrassen die Möglichkeit gegeben, ununterbrochen in einer Vorwärtsbewegung zu schwimmen.
In den nächsten Bereichen finden sich die Besucher in einem griechischen Hafen wieder. Im dämmrigen Licht des Geländes liegt ein hölzernes Pier, das aus der Unterwasserperspektive erkennbar ist. Katzenhaie sowie verschiedene Rochenarten wie die Marmor- oder Nagelrochen schweben mit majestätischen Flossenbewegungen durch das Becken. Mit etwas Glück kann man auf dem Grund ein frisch gelegtes Hai- oder Rochen-Ei entdecken. Apropos Haie – um die Tiere zur Paarung anzuregen wird zwei Stunden täglich Kuschel-Rock gespielt. Alexander von den Driesch, Senior Aquarist im Sea Life Königswinter, erklärt die Aktion: „Bisher ist es unter Wissenschaftlern noch ungeklärt, ob Haie auf Musik reagieren. Wir wollen nun täglich zwei Stunden Musik spielen und sehen, ob sich das Verhalten ändert. Vielleicht gibt es auf diese Weise Hainachwuchs in den Sea Life Aquarien.“
Unweit der Küste liegen auf Grund gelaufene, hölzerne Galeonen. Der Weg führt die Besucher direkt durch den Schiffskörper hindurch. Zackenbarsch, Zweibindenbrasse und auch die faszinierende Muräne umspielen das morsche Wrack. Juwelen-Anemonen und Steinseeigel haben sich auf und im Schiffskörper angesiedelt.
Aus dem geheimnisvollen Schiffswrack gelangen die Besucher direkt in das weite Mittelmeer – und damit zum Höhepunkt der Ausstellung: Quer durch das riesige 400.000 Liter-Meerwasserbecken hindurch führt ein rund zehn Meter langer, gläserner Tunnel. Wie Taucher können sich die Besucher praktisch direkt zwischen den Fischen bewegen. Über ihnen ziehen scheinbar schwerelos elegante Schwarzspitzen-Riffhaie ihre Kreise, vorbei an einem ca. vier Meter hohen trojanischen Pferd. Lippfische gehört ebenfalls zu den Bewohnern dieses Beckens, das atemberaubend nahe Begegnungen mit den prächtigen Meeresbewohnern ermöglicht.
Von Dietmar Stanka
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