Er ist ein bisschen der Gardasee Tirols, der Achensee mit seiner Nord-Süd-Ausrichtung und seinem wunderbaren Surferwind, den lieblichen Ortschaften mit kulinarischen Höhepunkten und den schroffen Felswänden des Karwendels. Der Achensee, entstanden durch Gletscher vor mehr als 20.000 Jahren, ist ein so genannter Endmoränensee mit einer Länge von 10 km, der an seiner breitesten Stelle 1.3 km misst.
Vor den offiziellen Aufzeichnungen einer Besiedelung, die urkundlich erstmalig 1112 durch eine Schenkung der adligen Herren von Schlitters an das Kloster St. Georgenberg erwähnt wurde, lebten lange vor Christi Geburt die Etrusker im Achental. Eine Höhle, die von zwei Bergwanderern 1957 in der Nähe des Guffert entdeckt wurde, zeugt mit seinen Inschriften von diesem Volksstamm. Vermutet werden auch Niederlassungen in der Zeit der bayerischen Landnahme im 6. Jahrhundert, die Menschen wussten eben schon immer, wo sie sich bestens niederlassen können.
Apropos Wandern: Zahlreiche Wege führen in die traumhafte Bergwelt des Karwendel mit noch traumhafteren Aussichten. 450 km markierte Wanderwege erwarten die Bergfexe und von einfachen Touren für Jedermann bis hin zu extremen Klettereien finden alle Begeisterten die richtigen Routen. Eine grandiose Panoramawanderung führt von der Bergstation der Karwendel Bergbahn über die Bärenbadalm auf den Bärenkopf. Startpunkt ist dabei die Talstation in Pertisau im südlichen Bereich des Sees. Der Bärenkopf ist mit 1.991 m der höchste Gipfel dieser Tour und bietet einen herrlichen Ausblick auf das gesamte Achenseetal. Von der Weißenbachalm führt der Weg über den gleichnamigen Sattel zurück zur Bergbahn.
Gleich nebenan in der Ortschaft Maurach fährt die Rofan-Seilbahn auf die 2.259m hohe Rofanspitze. Von hier aus lassen sich verschiedene Tagestouren unternehmen. Lohnenswert ist aber auch eine Übernachtung auf dem Berg – allein schon, um einen Sonnenaufgang hoch oben zu bewundern.
Unten im Tal wartet derweil eine Schnapsbrennerei höchster Güte auf den Besuch geneigter Genießer. Die mit vielen Auszeichnungen dekorierte Edelbrennerei von Franz Kostenzer hat über 40 verschiedene Brände im Programm, zu einer Verkostung sollte man daher das Auto am Hotel stehen lassen.
In Pertisau erzeugt die Familie Albrecht seit mehr als 100 Jahren Tiroler Steinöl. Aus dem 180 Millionen alten Ölschiefer, der sich aus fossilen Ablagerungen des Ur-Mittelmeeres „Thetis“ gebildet hat, wird dieses Öl gewonnen, dem man eine hohe Heilkraft zuschreibt. Nebenan im kleinen Museum kann man Einblick in die Ölförderung gewinnen sowie zahlreiche heilsame Produkte erwerben.
Abenteuerlich ist eine Fahrt mit der nostalgischen Dampflok, die von Mai bis Oktober zwischen Jenbach und Maurach verkehrt. Die älteste Dampfzahnradbahn Europas macht in Eben einen Zwischenstopp, dort ist neben der Pfarr- und Wallfahrtskirche zur heiligen Notburga, das erste Kunstmuseum am Achensee zu besichtigen. Neben dem Auto ist der Achensee auch mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) zu erreichen. Zielort ist der Bahnhof Tegernsee, von dort aus fährt der Linienbus 9550 über Achenkirch bis Maurach.
von Dietmar Stanka
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