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Landsberg – Sonne und mehr

Eine Stadt für Verliebte und Romantiker mit Sonnengarantie. Gibt’s das? Noch dazu im Einzugsbereich München? Wer jetzt ungläubig den Kopf schüttelt, hat noch nie vom Bayerischen Rothenburg gehört.

Landsberg überrascht mit seiner gut erhaltenen historischen Altstadt und seiner eindrucksvollen Lage am Lech, an dessen Hochufer es liegt. Knapp 20 Kilometer vom schönen Ammersee entfernt, an der Romantischen Straße, zählt es zu den sonnigsten Städten Deutschlands. Und das nicht erst, seit das Wetteramt Daten speichert.

Wer oben auf dem Schlossberg steht und seinen Blick über die vielen Türme und Tore der sehenswerten Altstadt schweifen lässt, spürt das mittelalterliche Flair, das noch immer über der Stadt ruht. Eng drängt sich Giebel an Giebel über schmale, verwinkelte Gässchen, die im Schutz des gut erhaltenen Mauerrings aus dem 15. Jahrhundert liegen.

Mit dem weißen Gold begann die Blütezeit, als Landsberg am Lech 1320 Salzzölle erheben durfte. Manch einer wäre damit zufrieden. Nicht so die Landsberger. Selbstbewusst und mit einer gehörigen Portion Witz und Chuzpe ausgestattet, gewannen sie dem Zollrecht viele goldene Seiten ab: Die Fuhrleute mussten ihr Salz abladen und es drei Tage lagern. Zusätzlich nahm ihnen die Stadt Gebühren wie Brücken- oder Pflastergeld ab. Zeitweilig trieben die Landsberger bis zu zehn Zölle ein. Erst dann durften die Handelsleute ihre so günstig an der Salzstraße gelegene Stadt passieren. Wen wundert es, dass die Stadt schnell reich wurde.

Nur Fuhrleute abzocken, war nicht Sache der findigen Landsberger. Schließlich gab es auch damals schon Touristen. Sie griffen wieder in die Trickkiste und wehe dem, der sich innerhalb der Stadtmauern nicht auskannte. Arglos banden Reisende ihre Pferde meist vor dem Bäckertor an, ohne dessen Tücke zu ahnen: Auf der Außenseite hat das Tor ein Walmdach, innen dagegen einen Spitzgiebel mit Zinnen. Wer ließ sich da nicht in die Irre führen. Bei der Suche nach seinem Ross überschritt man leicht die Sperrstunde, landete im Gefängnis und musste sich wieder frei kaufen.

Auch in neuerer Zeit machten die Landsberger von sich reden. Adolf Hitler schrieb in der Festungshaft Teile von „Mein Kampf“ und machte die Stadt bekannt als Treffpunkt der Hitlerjugend. Weitere interessante Einblicke in die Landsberger Geschichte bietet das Neue Stadtmuseum vis-a-vis der Heilig-Kreuz-Kirche.

Beim Spaziergang über den Hauptplatz lohnt ein näherer Blick auf die mit reichlich Stuck verzierte Fassade des Alten Rathauses. Sie wurde 1719 von Dominikus Zimmermann gestaltet, ebenso wie die Johanniskirche. Sehenswert sind die barocke Kreuzwegkrippe und die Hochaltarfiguren in Mariä Himmelfahrt. Weniger sakral aber sind die Schuhe aus aller Welt im Schuhmuseum Pflanz, das auch Promilatschen von Sisi bis Lothar Matthäus ausstellt.

Immer lohnenswert ist das farbenprächtige 1425 erbaute Bayertor, eines der schönsten spätmittelalterlichen Bauwerke Bayerns. In 36 m Höhe genießt man ein herrliches Stadt- und Alpenpanorama. Wieder unten kann man in der Turmschänke mit bayerischen Schmankerl die Stadtbesichtigung gemütlich abrunden.

Von Karin Nagl


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Dienstag, 7.02.2012
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