Die „Rosenheim-Cops“. Kriminalistik auf Chiemgauer Art? Mitnichten. Hier knallen Gegensätze aufeinander: Eingesessener und zuagroaster Kriminaler begegnen sich in schönster Umgebung. Ungern entfernen sie sich lang vom historischen Stadtkern und lieblichen Hof. Ein Schelm, wer da an Zufall denkt.
Die offenherzigen Rosenheimer wissen um die außergewöhnliche Lage ihrer Stadt, ihre Nähe zu den Bergen und zur Landeshauptstadt. Sitzt man in einem der netten Cafés am Nepomukbrunnen kommt man schnell ins Gespräch und erfährt, dass schon die Römer den Standort nutzten. Sie errichteten an einem günstigen Innübergang eine Zoll- und Straßenstation. Die Siedlung entwickelte sich rasch zu einem regen Umschlagplatz für Vieh, Getreide, Salz und Waffen, die man besser auf dem Inn als auf den unsicheren und holprigen Straßen transportierte.
Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Mit einer Holzpipeline brachte man Sole von den Salzbergwerken bei Reichenhall bis zur Rosenheimer Saline. Hier befand sich ausreichend Brennstoff wie Torf und Holz, den man zum Sieden von Salz benötigte. Bis zur Schließung der Saline 1958 war Rosenheim ein Zentrum der bayerischen Salzproduktion.
Eine weiße Rose auf rotem Grund ziert Wappen und Namen der Stadt. Sie erinnert an die Hochzeit der Innschiffer, die landauf und ab von den zahlreichen Schönheiten des Ortes berichteten. Und da manch einer sein Herz an eine blühende Rose verlor, wie damals die Mädchen genannt wurden, ist es gut möglich, dass die Stadt von den Schiffern die Bezeichnung „Heimat der Rosen“ oder eben Rosenheim erhielt.
In der Blütezeit um die Jahrhundertwende entstanden prächtige Bürgerhäuser im Inn-Salzach-Stil. Der Altstadtkern um den Max-Josefs-Platz mit den schönen Laubengängen und einer Vielzahl an Geschäften sowie der Gillitzerblock zeugen davon. Dass Rosenheim ursprünglich von Flussschiffern bevölkert war, zeigt das Wirtshausschild mit Schiffszug am Stockhammer-Haus – gleich bei der Heilig-Geist-Kirche. Wen interessiert, wie die Schifffahrt am Inn betrieben wurde, ist im Inn-Museum gut aufgehoben.
Wenn Rosenheim auch unter den Bausünden der Nachkriegszeit leidet, so besticht es doch durch sein herrliches Umland und seine interessanten Museen. Über dem Mittertor, das einst den inneren und äußeren Markt trennte, präsentiert das Städtische Museum seine einzigartige Sammlung von den Römern bis zur Gegenwart. An der Fassade zur Seite des Ludwigsplatzes hin befindet sich das Wappen von Rosenheim.
Eine Besonderheit in der bayerischen Museumslandschaft ist der Lokschuppen, der durch besonders qualifizierte Themenausstellungen wie „Adel in Bayern“ (April bis Oktober 2008) punktet. Die Kunstmühle am Mangfallkanal bietet zeitgenössischen Künstlern und großstädtischer Gastronomie Raum.
Rosenheim ist das Tor zum Chiemgau. Mangfall und Kolbenmoor laden zu ausgedehnten Spaziergängen und Radtouren ein. Simssee und Chiemgauer Berge liegen verlockend nah. So ist die Stadt ist ein beliebtes Ausflugsziel, denn hier sind Kunst, Berge und Seen wirklich zum Greifen nah.
Von Karin Nagl
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