Bereits die Kelten wussten ob der erhabenen Lage des Marienbergs, auf dem vor über 1.000 Jahren die gleichnamige Festung ihren Platz gefunden hat. Die Kelten besiedelten diesen Platz im Maindreieck bereits 1.000 Jahre vor Christi und hatten dort eine Fliehburg und einen heidnischen Kultplatz eingerichtet. Mit der Völkerwanderung kamen die Franken ins Land und seit 650 nach Christi war Würzburg fränkischer Herzogsitz. Soviel zu Würzburgs Entstehung, der Stadt direkt an der Autobahn A3 gelegen und den ein oder anderen Besuch wert ist.
Obwohl ganz und gar nicht kriegswichtig, wurde die Stadt in den letzten Monaten des 2. Weltkriegs stark beschädigt und mit viel Mühe in den letzten Jahrzehnten wieder aufgebaut. Besonders prunkvoll die Residenz, vom berühmten Baumeister Balthasar Neumann geplant und errichtet und seit 1982 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Zusammen mit dem Hofgarten und der Hofkirche erwartet den Besucher ein Ensemble barocker Pracht mit wunderschönen Arrangements im großzügigen Park.
Würzburg ist nach Regensburg die fünftgrößte Stadt in Bayern und Sitz der Regierung von Unterfranken. Der nordwestliche Teil Bayerns grenzt an Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen und ist vor allem durch seinen Frankenwein bekannt. Die Küche Frankens ist über die Grenzen für ihre Bodenständigkeit, große Portionen und herausragende Qualität bekannt. Lange vor dem Bio-Boom waren in den Gasthäusern und Restaurants die Speisekarten voller regionaler Spezialitäten und saisonal ausgesuchter Ware. Ähnlich wie im Süden Bayerns, wo das eigene Essen in viele Biergärten mitgebracht werden darf, sind es in Würzburg die Bäcken. Rund ein Dutzend mit Namen wie Johanniterbäck, Maulaffenbäck und Mainbäck finden sich in Würzburg und laden zu einem Schluck Frankenwein aus dem Bocksbeutel zur mitgebrachten Brotzeit.
Ein Stadtrundgang durch Würzburg öffnet die Augen für vielerlei verspielte Architektur. Die romantischen Gassen und Winkel führen zu Sehenswürdigkeiten, die die wechselhafte Geschichte der Stadt am Main bezeugen. Hervorzuheben aus der Vielzahl der Objekte sind die Rokokofassade des Falkenhauses, Tilman Riemenschneiders Sandsteinfiguren von Adam und Eva in der Marienkapelle und das Lusamgärtlein mit dem Grabmal des wohl bekanntesten Popstars des frühen Mittelalters: Walther von der Vogelweide.
Auf der Alten Mainbrücke mit ihren Heiligenfiguren stehend, ist der Blick auf den Marienberg und die ebenso wie die Residenz von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtskirche Käppele phänomenal. Der Weg hinauf zu Fuß ist zwar nicht unanstrengend, belohnt dafür mit einer grandiosen Sicht über die Stadt und die Mainschleife.
Nicht entgehen lassen sollte man sich eine Führung mit Weinprobe im Bürgerspital-Weingut. Seit 1316 wird in diesem Gut Wein angebaut und mit einer Rebfläche von 110 Hektar, verteilt auf die besten Lagen rund um Würzburg, ist es eines der größten Deutschlands. Die Führungen finden immer samstags (2008 nicht am 26.4. und am 1.11.), kosten 6 Euro und beinhalten einen kleinen Bocksbeutel. Weinproben sind für 22 Euro erhältlich, Infos dazu auf der Webseite: www.buergerspital.de.
Von Dietmar Stanka
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