Er gilt durchaus als verrückt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - Johann Sanktjohanser, Rentner aus Partenkirchen bestieg Deutschlands höchsten Berg bereits über 200 Mal, aber wohlgemerkt barfuß! Während der „normale“ Bergsteiger langsam und kräftesparend in rund 7 bis 8 Stunden den Gipfel erklimmt, ist der gelernte Schreiner, der die 70 schon seit einigen Jahren überschritten hat, gerade mal drei Stunden unterwegs. Der barfüßige Aufstieg ist aber nicht das einzige Superlativ des Rentners: So oft wie er bezwang niemand die 2.963 Höhenmeter.
Für nicht so sportlich eingestellte Zeitgenossen bietet die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG die Alternativen Zahnradbahn und Seilbahn. Während man die 1929 eröffnete Zahnradbahn bereits im Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen besteigen kann, ist die Talstation der Gondelbahn am Eibsee beheimatet. Der Eibsee gehört wiederum zur Gemeinde Grainau, die bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein beliebter Urlaubsort war. Der bekannte Rennfahrer Hans Stuck, Vater des immer noch im Rennsport tätigen Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, war zusammen mit seiner Frau einer der prominenten Einwohner des Zugspitzdorfes.
Sollte man nicht dem Beispiel Johann Sanktjohansers folgen und die Zugspitze barfuß zu erklimmen, ist die Zugspitz-Rundreise zu empfehlen. Startpunkt ist der Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen, von dort aus geht es mit der Zahnradbahn bis zum Schneeferner und weiter mit der Gletscher-Seilbahn auf den Gipfel mit dem höchsten Ausblick Deutschlands. Nach dem Genuss des 360-Grad-Panoramas fährt man mit der Seilbahn hinunter zum Eibsee, dessen Umrundung auch eingeplant werden sollte und steigt dann wieder in die Bahn Richtung Garmisch-Partenkirchen.
Im Winter ist die Zugspitze ein beliebter Tummelplatz für Skifahrer und Snowboarder. In der Saison 2005/2006 konnten sich Snowboarder und Freeskier erstmals auf Deutschlands höchstem Berg im neu angelegten und drei Hektar großen "Terrain Park Zugspitze" austoben. Die nicht so freakig eingestellten Wintersportler finden auf dem weitläufigen Zugspitzplatt gut ausgebaute Liftanlagen, die für kurze Wartezeiten sorgen.
Auf Deutschlands einzigem Gletscher beginnt die Saison der weißen Winterfreuden im November und endet erst im Mai. Da vor allem an Wochenenden die Anreise ins Werdenfelser Land bei Eschenlohe oftmals ein abruptes Ende erfährt, weil sich die Fahrzeuge dort meist kilometerlang stauen, bietet es sich an, den Zug vom Münchner Hauptbahnhof aus zu nutzen. Ein weiterer Vorteil dieser problemlosen Anreise ist das Kombiticket mit der Zugspitzbahn, in der auch gleich der Skipass enthalten ist.
Die bereits erwähnte Besteigung der Zugspitze, ausschließlich mit geeignetem Schuhwerk, sollte mit einer Übernachtung verbunden werden. Für geübte Alpinisten ist der Weg über Hammersbach durch die Höllentalklamm bis zur Höllentalangerhütte und dann weiter über das Brett und die Eisenleiter auf den Ostgipfel empfehlenswert. Für alle anderen Bergwanderer kommt ausschließlich der Weg über das Reintal in Frage. Die Route führt durch die Partnachklamm und den Stuibenwald zur Bockhütte. Von dort geht es weiter zur Reintalangerhütte und dann zur Knorrhütte. Nach beiden Touren kann man sich als Gipfelstürmer feiern lassen, auch wenn man nicht barfuß unterwegs war.
Von Dietmar Stanka
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