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Sagenhafte Bergwelten – Anregungen der Phantasie

Mystische, geheimnisvolle, erschauernde, verwunschene und gar furchterregende Geschichten und Sagen erzählt man sich in den Alpen. Anregungen für ein paar wunderschöne Wanderungen zu den Schauplätzen alter Alpensagen hat der frederics guide munich zusammengestellt. Startpunkt, wie kann es anders sein, ist der Watzmann im Berchtesgadener Land.

Ein unbarmherziger Herrscher war der König Watzmann, der vor Urzeiten über die gesamte Region Salzburg und dem angrenzenden Bayern herrschte. Als dieser in seinem Machtwahn eines Tages die Bauern vor die Pflüge spannte und die Hunde hinter ihnen herhetzte, fiel einer der Geknechteten erschöpft zu Boden. Plötzlich tauchte aus einer Erdscholle ein kleines Männchen auf, das ihm bedeutete ruhig zu sein und ihn mitzunehmen. Zuhause angekommen, erläuterte ihm der Winzling seinen Plan. Jeder Bauer sollte am folgenden Tag Kieselsteine mitnehmen und dann beim Pflügen auf den König, seine Familie und seine Hunde werfen. Es würde nichts passieren und siehe da, als am nächsten Tag die Bauern taten, wie geheißen, wurden die Steine im Flug immer größer und verwandelten die gesamte königliche Sippschaft in riesige Felsen, das Watzmannmassiv. Aus dem Blut entstanden übrigens der Königs- und der Obersee und dass der Watzmann auch heute noch gefährlich ist, zeigen die vielen Einsätze der Bergwacht in diesem Gebiet.

Schleching im Chiemgau ist das nächste Ziel der sagenhaften Geschichten. Der gespaltene Klobenstein erklärt sich in der Legende mit einem himmlischen Wunder. Ein altes Mütterlein war auf dem Weg zur Wallfahrtskapelle und wusste nichts von dem Hindernis, den ein riesiger Felsklotz darstellte. Ob ihrer müden Füße rief sie die Mutter Gottes an und siehe da, Maria schwebte vom Himmel herab und teilte den mächtigen Felsbrocken in zwei Teile, sodass die alte Frau gefahrlos und auf dem kürzesten Wege zur Kapelle kam. Die Wanderung zur Kapelle ist heutzutage ein Traum: Ein gepflegter Waldweg, eine spektakuläre Hängebrücke und eine Gastwirtschaft, die keine Wünsche offen lässt. Bestens geeignet auch für Untrainierte, da gerade einmal 3,5 Stunden Gehzeit erforderlich sind.

Zu einem der schönsten Aussichtspunkte im Vorkarwendel führt der Weg hoch auf den Schafreuter, ganz in der Nähe des Sylvensteinspeichersees. Die Sage tut Kunde von einem Mönch, der die Nachfahren von keltischen Siedlern in dieser Gegend missionieren wollte. Bluthardt, der Führer der verwilderten Bewohner ließ den Mönch sogleich Frondienste leisten, doch dem Geistlichen gelang die Flucht in eine Höhle auf dem Schafreuter. Bluthardt und seine Gesellen fanden den Mönch und beschlossen, ihn in seinem Unterschlupf verhungern zu lassen. Als der Mönch nach Wochen immer noch lebte, beschloss Bluthardt in an sein Pferd zu binden und ihn zu Tode zu schleifen. Als er aber über den Grat ritt, kam ein heftiges Gewitter auf und er wurde von einem Blitz erschlagen. Am anderen Morgen schien die Sonne und Ross und Reiter waren zu Fels erstarrt. Der Mönch ging ins Tal, bekehrte die Einwohner und diese ließen ein Kloster bauen, dessen Reste immer noch zu sehen sind.

Mehr Sagen sowie Ideen für Touren in die sagenhaften Landschaften sind in dem Buch von Michael Pröttel, „Auf den Spuren geheimnisvoller Alpensagen“, erschienen im J. Berg Verlag, München, zu entdecken.

Von Dietmar Stanka


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Dienstag, 7.02.2012
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