
Seefeld in Tirol ist eine Gemeinde, die fast ausschließlich aus Hotels und Pensionen zu bestehen scheint. Dabei hat Seefeld seinen idyllisch, tirolerischen Charme bewahrt und kann mit einer Umgebung protzen, die das ganze Jahr über vielfältige Möglichkeiten des Erholens und Austobens eröffnet. Eine Vielzahl von Wanderungen und Klettertouren in den schneefreien Monaten und noch mehr bestens gepflegte Loipen und schöne alpine Abfahrten in den Wintermonaten sind Anreiz genug, Seefeld näher kennen zu lernen.
Die Seefelder Königstour ist nur eine von vielen Wanderungen, die faszinierende Ausblicke auf das Inntal, das Karwendel und das Wettersteingebirge ermöglicht. Start der Tour, die über drei Gipfel führt, ist die Talstation der Standseilbahn, die zur Rosshütte hinauf fährt. Dort angekommen geht’s mit der Seefelder Jochbahn auf den gleichnamigen Berg und nach ein paar Metern erreicht man den ersten Gipfel. Puh, geschafft! Der erste Gipfel ohne jedwede Anstrengung – aber gleich geht es weiter über einen leichten Anstieg von 2.083 auf 2.200 Meter zur Seefelder Spitze.
Aufmerksame Wanderer können bei guten Sichtverhältnissen beim Blick ins Eppzirl Gemsen beobachten, denn die geschickten Kraxler erklimmen ohne Schwierigkeiten die schroffen Felsen des über 200 Millionen Jahre alten Karwendels. Von der Seefelder Spitze eröffnet sich noch ein weiterer Blick, der auf den Weg über das Reither Kar fällt – ein spektakulär wirkender Geröllhang, der bei der folgenden Überquerung die volle Aufmerksamkeit fordert.
Hochalpin wird es beim Aufstieg zur Reither Spitze, dem dritten und letzten Gipfel der Traumtour, die ihrem königlichen Namen mehr als gerecht wird. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist unbedingt von Nöten und nach der Bewältigung dieser Steigung verzückt den Wanderer ein überwältigendes 360-Grad-Panorama.
Bevor die ersehnte Rast auf der Nördlinger Hütte eingelegt werden kann, wird vom Wanderer nochmals absolute Aufmerksamkeit verlangt – der Abstieg vom Gipfel, den sich die Bergsteiger mit den Dohlen teilen, ist steil und felsig. Die 1898 erbaute Hütte wird von der Alpenvereinssektion Nördlingen betreut und ist mit ihrer Lage auf 2.238m das höchstgelegene Schutzhaus des Karwendels. Die Aussicht auf die Mieminger Berge und das gleichnamige Plateau, das Wettersteingebirge, die Ötztaler, die Stubaier und die Zillertaler Berge sucht ihresgleichen.
Bei einer leckeren Speckknödelsuppe und einem Weißbier erhöht sich der Aussichtsgenuss um ein vielfaches und die verdiente Stärkung macht den Abstieg in Richtung Härmelekopfbahn, der in weniger als einer Stunde zu bewältigen ist, um einiges leichter. Mit der Gondel geht es, über dem Hermannstal schwebend, zurück zur Rosshütten Bergstation. Auf deren Terrasse kann man bei schönem Wetter seinen Teint bräunen und sich dazu einen Cappuccino und ein Stückchen Kuchen gönnen.
Von Dietmar Stanka
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