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Wandern unter Kaisern – Mehr als ein Vergnügen

Kurz hinter der Landesgrenze zu Österreich, gleich nach dem Städtchen Kufstein, führt die Straße hinauf Richtung Scheffau und Ellmau. Dort ragt das Massiv des Wilden Kaisers alles beherrschend und mächtig über den verträumten Ortschaften auf. Gleichwohl ist die Massivität beruhigend wie auch beeindruckend und die vielen Wanderwege und Klettersteige locken jährlich Zehntausende in diese wunderbar schöne Landschaft. Da die Gegend mit sehr viel verschiedenen Touren aufwartet, soll dieser Artikel nur einen Überblick liefern. Einzelne Routen mit den verschiedensten Schwierigkeitsgraden werden im Frederics guide munich nach und nach veröffentlicht.

Einen leichten Aufstieg ermöglicht die mautpflichtige Zufahrtsstraße von Ellmau (804 m) zur Wochenbrunner Alm (1085 m). Die bewirtschaftete Alm ist der Beginn zahlreicher Bergwanderungen in das Massiv des Wilden Kaisers. Eine ebenfalls empfehlenswerte Anfahrt ist die über den Walchsee und Kössen in Richtung Schwendt – von dort geht es über eine Mautstraße zur Griesener Alm, dem Ausgangspunkt vieler Wanderungen in Richtung Zahmer und Wilder Kaiser.

Auch der Walchsee mit seinem gleichnamigen Ort ist ein Kleinod im Zahmen Kaiser-Gebiet. Im See lässt sich im Sommer herrlich baden und nach einer Wanderung ist so ein Sprung ins kühle Nass das reinste Vergnügen. Das südlich gelegene Parallel-Massiv des Wilden Kaisers unterscheidet sich von seinem „Zahmen“ Bruder im Norden durch die hohen Felskronen und meist auch schwierigere Gipfel jenseits der 2.000 m. So sind die Namen nicht von ungefähr gewählt worden und da dieses traumhafte Massiv fast schon unzählige viele Touren bereithält, ist eine Wandersaison zu kurz, um diesen einzigartigen Naturraum zu begehen.

Nachdenklich oder auch etwas traurig kann einen ein Besuch beim Friedhof der Abgestürzten in Hinterbärenbad im hinteren Kaisertal machen: Dort liegen die Unvorsichtigen und die etwas zu Wagemutigen. Im Gedenken an diese Verunglückten sollte man sich fragen, ob man immer mit der richtigen Ausrüstung unterwegs ist und ob man sich vielleicht mit der einen oder anderen Tour vielleicht zu viel zumuten würde.

Bei einer Wanderung auf den Pendling, der in seinem Gipfelbereich das Kufsteiner Haus beherbergt, blickt man hinab auf das viel besungene Städtchen Kufstein mit seiner mächtigen Festung (auch Geroldseck genannt). Diese wurde erstmals im Jahr 1205 als "Castrum Kufstein" erwähnt. Das imposante Bauwerk thront unmittelbar über der Altstadt und beherrscht somit das gesamte Unterinntal. Eine kleine Panoramabahn ermöglicht den bequemen Zugang zu den historischen Gebäuden und Wehrgängen. Der tiefe Festungsbrunnen, der Felsengang und die Heldenorgel sind ebenso sehenswert wie das Heimatmuseum, die Ausstellung der Kufsteiner Schützen und der Alpen-Kräutergarten.

Ein Abstecher zur Antoniuskapelle, die im Jahre 1711 im mittleren Kaisertal erbaut wurde lohnt sich nicht nur wegen der spektakulären Aussicht auf das nördliche Kaisergebirge. Sie ist auch ein wunderschönes Bauwerk und nicht umsonst eines der meistfotografierten Objekte in Tirol.

Von Dietmar Stanka


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Dienstag, 7.02.2012
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