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Au

Der Stadtteil Au in München
Der Stadtteil Au in München

Die Au – Land am Wasser

Was verbindet den Fußball-Weltmeister von 1974 Georg „Katsche“ Schwarzenbeck mit Karl Valentin? Nun, ganz einfach, eine gemeinsame Heimat: Die Au, einen Stadtteil direkt an der Isar und ganz nahe an der Innenstadt gelegen. Georg Schwarzenbeck ist übrigens Inhaber eines Schreibwarenladens, den er nach Beendigung seiner Karriere von seiner Tante Maria übernahm.

Das Deutsche Museum bildet mit der Ludwigsbrücke das nördliche und die Wittelsbacher Brücke das südliche Ende dieses beschaulichen Teils von München. Die heutige Beschaulichkeit soll allerdings nicht über die in vergangenen Zeiten beengten Verhältnisse des ehemaligen Arbeiterviertels hinwegtäuschen.
 
Die Au wurde am 12. Dezember 1340 als Awe ze Gyesingen erstmals urkundlich erwähnt. Awe bedeutet Land am Wasser. 1808 wird die Gemeinde Au zur Stadt erhoben. Ab 1818 bildet Au mit Untergiesing (womit damals die Siedlung am Nockherberg bezeichnet worden ist) eine eigene Gemeinde. Am 1. Oktober 1854 erfolgt die Eingemeindung in die Stadt München.

Ursprünglich war die Au ein Herbergenviertel für Handwerker, Kleingewerbetreibende, Arbeiter und Tagelöhner vor den Toren der Stadt. Die kleinen Herbergshäuser erinnern an die ärmlichen und beengten Lebens- und Arbeitsverhältnisse der damaligen Zeit. In der Gründerzeit, insbesondere in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg von 1870/71, entwickelte sich die Au zu einer Arbeitervorstadt. Der Stadtteil expandierte, Wohnraum für die wachsende Zahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter in der Stadt musste geschaffen werden. Mit der Jahrhundertwende kamen genossenschaftliche Wohnungen dazu. Über die Hälfte des Häuserbestandes in der Au wurde allerdings im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Die Rocky Horror Picture Show ist Kult in der Au. In den Museumslichtspielen in der Lilienstraße wird seit über 30 Jahren einer der verrücktesten Filme aller Zeiten zelebriert. Die Fans schmeißen mit Reis und sehen aus wie Dr. Frank-N-Furter. Leider gehört dieses Kino zu der Gattung des aussterbenden Häuser, bleiben wir ihm also gewogen. Im Seitentrakt des Objekts, Eingang von der Zeppelinstraße, taucht der Besucher in die Welt von Bertolt Brecht ein. Ein kulinarisches Erlebnis erwartet einen im Dreigroschenkeller, in dem auch mal Mackie Messer gesungen oder die Dreigroschenoper aufgeführt wird.

Im Wirtshaus in der Au werden die Münchner auf das Oktoberfest vorbereitet. Im Juli, zwei Monate vor dem großen Anstich auf der Wiesn, findet das Königlich Bayerische Lederhosenfest statt, sozusagen ein erster Schaulauf der schönsten Trachten. Wer große Knödel mag, ist dort auch bestens aufgehoben: Neben den nach eigenen Angaben größten Knödeln der Stadt finden sich auch viele Gerichte rund um diese urbayerische Spezialität auf der Karte.

In der Au hat sich bis heute ein Stück traditioneller Alltagskultur gehalten: die Auer Dulten. Eine Besonderheit in der Au waren früher die zahlreichen Brauereien, die an der Terrassenkante der Isar ideale Standorte für Tiefbrunnen und Lagerkeller vorfanden. Brauereien gibt es in diesem Stadtteil zwar nicht mehr, aber eine Tradition wird bis heute in der Au gepflegt: Der Starkbieranstich im Salvatorkeller auf dem Nockherberg, der den Beginn der "Fünften Jahreszeit" einläutet. Politiker und Prominente bekommen dann nicht nur Starkbier, sondern von Bruder Barnabas auch deftige Sprüche serviert.

Von Dietmar Stanka


Lage:               S1-S8 Isartor oder Rosenheimer Platz

Highlights:     
Wirtshaus in der Au - Authentisch bayerische Küche
                        Lilienstraße 1, 81669 München
                        Telefon 089 44 81 40 0, www.wirtshausinderau.de
                       


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