Der martialische Name „Panzerwiese“, eines ehemaligen Standortübungsplatzes der Bundeswehr in München, hat nichts mit dem tatsächlichen Bild dieser naturbelassenen Heidelandschaft zu tun, auf der immer noch Schafe für die Mahd sorgen. Das große Areal an der Ingolstädter Straße, nördlich der Sanitätsakademie, ist zusammen mit dem unmittelbar verbundenen Hartelholz seit 2002 zum Naturschutzgebiet erklärt worden und wie viele naturbelassene Flächen ein für bedrohte Tierarten perfektes Lebensareal. So können auf den riesigen Rasen- und Buschflächen seltene Schmetterlinge und Heuschrecken gedeihen und die Insektenforscher begeistern.
Am nordwestlichen Rand von Schwabing haben der Luitpoldpark und der Bayernplatz seine Heimat. Obwohl erst 1910 entstanden, ist diese Anlage harmonisch in die Landschaft integriert und ist mit den großen Rasenflächen und dem 37 m hohen Schwabinger Schuttberg, der nach dem 2. Weltkrieg aus dem Abraum der Ruinen entstanden ist, ein perfektes Naherholungsgebiet. Inmitten des Parks ist das Bamberger Haus eine feste Institution für kulinarische Köstlichkeiten.
Weithin sichtbar präsentiert sich der Fröttmaninger Berg mit seinem Windrad auf dem Gipfel. Gleich gegenüber der Allianz Arena ist dieser Berg nichts anderes als eine ehemalige Mülldeponie, die seit 1945 bestand. Nicht nur wegen der tollen Weitsicht, sondern auch wegen der einer der ältesten Kirchenbauten Münchens, der Fröttmaninger Kirche „Heilig Kreuz“, ist dieser Berg trotz seiner nicht gerade aromatischen Vergangenheit ein sehr beliebter Ausflugsort mit eigenen Parkplatz an der Freisinger Landstraße.
Die Nördlichen Isarauen bilden die natürliche Fortsetzung des Englischen Gartens nördlich des Föhringer Rings in Höhe des Aumeisters. Das gewaltige Wehr am Isarstausee Oberföhring leitet einen Großteil in den „Mittleren Isarkanal“ und wird dort zur Stromgewinnung genutzt. Diese Isarauen sind nicht nur ein hervorragendes Rückzugsgebiet für Vögel, sondern auch für Erholungssuchende, die dort noch das ein oder andere etwas stillere Badeplätzchen ergattern können.
Ein wirklich schnuckelig zu bezeichnendes kleines Schlösschen liegt mitten in Alt-Schwabing an der Werneck-Straße. Schlösschen Suresnes kann zwar nur nach Voranmeldung besichtigt werden, ist aber dafür jede Sekunde Aufenthalt wert. Das barocke Schätzchen gehört dem Korbiniansverein der Erzdiözese München und Freising und wird zu einem großen Teil von der Katholischen Akademie Bayern genutzt.
Auch der Norden besitzt große Friedhöfe, die einen Besuch wert sind. Der Westfriedhof an der Baldurstraße ist Ruhestätte berühmter Persönlichkeiten, wie z.B. Maxl Graf, Robert Lembke und Soraya Esfandiari Bachtiar, der ersten Frau von Reza Pahlevi, dem ehemaligen Schah von Persien. Der Nordfriedhof an Ungerer Straße orientiert sich zwar an der Architektur des Ostfriedhofs, kommt aber nicht an die Monumentalität heran. Mit Beppo Brem und Klaus Havenstein haben zwei prominente Münchner dort ihre letzte Ruhestätte gefunden.
Von Dietmar Stanka
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