
Die Ludwigsvorstadt ist vom Namen her ein recht unbekannter Stadtteil, obwohl die Bavaria als optischer Mittelpunkt und die darunter liegende Theresienwiese äußerst populäre Plätze Münchens sind. Mit der St. Paul Kirche, die 2006 ihr 100-jähriges Jubiläum feierte, steht die zweithöchste Kirche der Stadt in diesem Viertel. Im Volksmund auch „Vorstadtdom“ genannt, wurde der Kirchenbau von den wohlhabenden Anwohnern des Villenviertels nördlich der Theresienwiese finanziert.
Auf der Theresienwiese selbst baut neben dem Oktoberfest auch das Frühlingsfest und das Winter-Tollwood sowie so manch andere Veranstaltung ihre Zelte auf. So waren dort schon der Circus Roncalli und Cirque du Soleil zu Gast. Wenn die im Volksmund genannte „Wiesn“ ganz brach liegt, ist sie ein Paradies für Spaziergänger, Skater und Radlfahrer. Ein schöner Spaziergang entlang des Bavariarings führt einen an manch schöner, alter und wunderbar restaurierter Villa vorbei.
Die oberhalb der Theresienwiese thronende Bavaria wurde von Ludwig Schwanthaler geschaffen, dem auch gleich die ganze dahinter und daneben liegende Höhe gewidmet ist. 18 m ist sie hoch, die in ein Bärenfell gekleidete Patronin des Freistaats, bewaffnet mit einem Schwert und bewehrt mit einem Eichenkranz. An ihrer Seite, wie sollte es auch anders sein, ein Löwe und das bayerische Wappen mit dem typischen Rautenmuster. Das verwendete Material, rund 1.560 Zentner Eisenerz, stammt aus geschmolzenen Waffen, meistens untergegangenen Seeschlachtkanonen. Im Inneren der Bavaria kann man hochklettern und einen tollen Ausblick über die Stadt genießen. Leo von Klenze errichtete die dazugehörige Ruhmeshalle in den Jahren 1843 bis 1853. An der Rückseite der dreiflügeligen dorischen Säulenhalle aus Marmor sind die Büsten vorbildhafter Bayern ausgestellt. Unter anderem sind dort Rudolf Diesel, Ludwig Thoma, Sebastian Kneipp und Lena Christ zu sehen.
Am Hauptbahnhof ist München rund um die Uhr lebendig. Im ehemaligen Postgebäude an der Bayerstraße hat sich hinter der denkmalgeschützten Fassade das Fünf-Sterne-Hotel Sofitel Bayerpost einquartiert. Auch das Innere des Hotels ist sehenswert und ein leckerer Cocktail an der Isar Bar kann der Abschluss eines Streifzugs durch die Ludwigsvorstadt sein. Am Anfang der Bayerstraße steht der größte Kinokomplex Münchens: Der Mathäser Filmpalast mit insgesamt 14 Kinosälen.
Von den Frederics Serviced Apartments ist die Ludwigsvorstadt am besten mit der U3 oder U6 erreichbar. Wenn man am Goetheplatz aussteigt, durch die Mozartstraße Richtung Bavaria spaziert und dann zurück in Richtung Hauptbahnhof geht, ist man rund 2 ½ Stunden unterwegs. Ein kleiner Abstecher lohnt noch: Leckere türkische Spezialitäten werden vor allem in der Goethestraße von einigen Supermärkten angeboten. Ob Schafskäse oder frisches Gemüse und Obst und eine Vielzahl von Gewürzen und sonstigen Speisen bringt Abwechslung in den Speiseplan.
Wer vor der Heimfahrt ein bisschen Entspannung sucht, findet diese im Mariandl in der Goethestraße, Höhe Beethovenplatz. Bei den 13 Kaffeesorten und den angebotenen kleinen Speisen fühlt man sich fast wie in einem Wiener Kaffeehaus.
Von Dietmar Stanka
Lage: U4 / U5 Theresienwiese
Highlights: Kilombo - eine der ersten Musikbars im Westend
Gollierstraße 14a, 80339 München
www.kilombo.de
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